FUSSBALL UND WELLBEING

Wie man Veränderung positiv gestalten kann


Die Fussball-WM in Katar spaltet die Meinungen. Die einen fordern einen strikten Boykott, weil diese Veranstaltung im Vorfeld viele Menschenleben gefordert hat und Katar bestimmte Menschenrechte nicht achtet, die anderen wollen sich den Spass am

Fussball nicht verderben lassen und ignorieren diese Fakten.


Fragt sich also, welcher Fraktion schliesse ich mich an und welche Kriterien führen zu einer Entscheidung? Diese Frage ist die gleiche, die auch für alle anderen Entscheidungen gilt, die zu meiner Lebensqualität beitragen. Ob es ums Fliegen, Fleisch essen oder Autofahren geht, immer entsteht der Eindruck, als ob wir die Entscheidung frei wählen könnten. Doch so einfach ist es leider nicht.


Auch wenn wir glauben, Entscheidungen völlig selbstbestimmt zu treffen, so folgt unser Gehirn doch einem Algorithmus und wählt immer die Möglichkeit, die sich bisher als die Beste in Bezug auf unsere persönliche Befindlichkeit erwiesen hat, weil diese am ehesten der Überlebenssicherung dient. Deshalb sind auch alle faktischen Erklärungs-versuche weitgehend erfolglos, solange unser Gehirn keinen Nutzen erkennt, der für unsere persönliche Befindlichkeit grösser ist als der bisherige und damit zur Verhaltensänderung führt.


Soll heissen, natürlich verurteilen 100% der Fussballfans die Verachtung der Menschenrechte und bedauern die Todesfälle und natürlich möchte jeder Fleischesser, dass Tiere nicht leiden und jeder Fluggast, dass der Klimawandel nicht voran schreitet.

Dennoch entscheidet sich das Gros für die bisherige Lösung, weil unser Gehirn trotz aller Erkenntnisse und Fakten in Bezug auf unser Überleben keinen Anlass zu einer Veränderung sieht. Die Toten von Katar kennen wir nicht, die leidenden Tiere sehen wir nicht und solange uns kein Tsunami wegspült, führt auch das Wissen um den Klimawandel zu keiner grossen Verhaltensänderung.


Die Fussball-WM ist nur eine von vielen Quellen, mit der wir bislang unser Wellbeing gespeist haben und die nun zur Disposition stehen, weil sie mit etwas verknüpft sind, was unzweifelhaft Schaden anrichtet. Wer aus dieser Entscheidungsnot herauskommen möchte, dem sei empfohlen, sich nicht gegen Fussball zu entscheiden, sondern ihn vielleicht mal wieder dort zu geniessen, wo er keinen Schaden anrichtet, sondern echtes Wellbeing für alle schafft und wo die Spieler keine wandelnden Werbeträger und Selbstvermarkter sind, sondern begeisterte Sportler, die einfach nur Fussball spielen wollen.


Gutes Befinden kann viele Quellen haben und unser Gehirn reagiert zum Glück wie ein Kleinkind: Nicht Erklärungen und Verbote helfen, um eingespielte Gewohnheiten zu verändern, die sich als schädlich erwiesen haben, sondern spannende Alternativen,

die Begeisterung und Lebensfreude schaffen und so zu neuem Wellbeing führen.





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