MENTAL HEALTH

Die neue Befindlichkeit


Fast 40% der Menschen in Deutschland waren oder sind aktuell von psychischen Problem betroffen, die Ausfallquote in Unternehmen steigt permanent an.

Ob Depression, Burnout oder Sozialphobie, ob Schlafstörung oder Alkohol -und Medikamentensucht, ob Männer oder Frauen, ob Jugendliche oder Kinder, die psychische Befindlichkeit hat sich in den letzten Jahren extrem verschlechtert.


In Folge kommen immer mehr Angebote in verschiedenster Form auf den Markt, die sich mit diesem Problem beschäftigen und daraus inzwischen eine florierende Branche entwickelt haben. Sei es die Pharmaindustrie oder Ärzte und Kliniken, seien Therapeuten aller Couleur oder Online-Dienste mit Instant-Hilfen, seien es Yoga-Studios oder Wellness-Oasen, die Bandbreite der Helfer wird täglich grösser.


Dennoch scheint sich die allgemeine Befindlichkeit genau in die entgegengesetzte Richtung zu entwickeln und die Anzahl der Betroffenen ständig zu steigen, was natürlich zu der Frage führt, wie diesem Problem ansonsten beizukommen ist. Damit begeben wir uns in die gleiche Schleife, die sich auch bei Themen wie Klimawandel oder Energieversorgung zeigen.


Es geht nicht um Symptombehandlung, sondern um Ursachenbehebung, die momentan jedoch nicht stattfindet. Ein Elektroauto löst weder den Ressourcenverbrauch noch das Energieproblem oder den Verkehrstau und Therapiesitzungen und Yogakurse lösen nicht die Dauerbelastung eines Menschen, die durch eine unadäquate Lebensführung verursacht wird. Es geht also ebenso beim Klimawandel wie beim Menschen nicht um die Frage, wie können wir in Zukunft mit den Folgen umgehen, sondern wie können wir sie ganz vermeiden.


Der Versuch, unser bisheriges Lebensmodell weitgehend beizubehalten, dabei jedoch keinen Schaden mehr zu nehmen, ist im Bereich des Ressourcenverbrauches ebenso eine Illusion wie im Bereich der persönlichen Befindlichkeit.

Mentale Gesundheit ist das Ergebnis eines bedürfnisgerechten Lebens. Und diese

Bedürfnisse richten sich nicht an der technischen Entwicklung oder den Wachstumswünschen von Politik und Wirtschaft aus, sondern werden ausschliesslich

von unserem körpereigenen System gesteuert. Und dieses System hat sich im Laufe der menschlichen Entwicklung nicht wesentlich verändert.


Der Mensch fühlt sich dann wohl, wenn alle biologischen Abläufe so stattfinden, dass unser Gehirn keinen "Notfall" meldet und zur Lösung eine Körperchemie in Gang setzt, die dann zu entsprechenden Emotionen und Handlungen führt. Diese Abläufe sind zwar von Mensch zu Mensch verschieden, folgen jedoch alle dem gleichen Prinzip.


Das heisst, die mentale Befindlichkeit wird nicht von aussen gesteuert, sondern ausschliesslich von innen, indem unser Gehirn alle sensorischen Wahrnehmungen seinen Erfahrungen gemäss zuordnet und entsprechende Reaktionen auslöst, ebenso wie auch die Natur auf alle Einflüsse von aussen reagiert. Somit ist sowohl mentale Gesundheit als auch eine intakte Natur nur durch einen angemessen Umgang mit dem vorgegebenen System zu erreichen, das nicht beliebig anzupassen ist, sondern einer festen Ordnung folgt, auf die wir keinen Einfluss haben.


So können wir also auch in Zukunft weiterhin versuchen, unsere schädlichen Systeme mit chemischen Mitteln und "alternativen" Formen aufrecht zu erhalten, bis es völlig kollabiert oder wir können endlich versuchen, ein Leben im Einklang mit den natürlichen Systemen und unseren echten Bedürfnissen zu führen. Mental Health sollte in Ihrer Verantwortung liegen, nicht in der des Therapeuten!















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