WELLBEING FÜR ALLE

Warum "Bürgergeld" so wichtig für die ganze Gesellschaft ist


Nach 20 Jahren mit dem stigmatisierenden Hartz 4-System nun endlich ein Vorschlag zur Veränderung und einer verbesserten Unterstützung für Menschen, die aus verschiedensten Gründen nicht am Arbeitsleben teilhaben. Doch was geschieht?

Genau diejenigen, die es sich auf Kosten der Steuerzahler am nettesten eingerichtet haben, sechsstellige Gehälter kassieren und reichlich Privilegien geniessen, boykottieren nun die Reform, fordern vor allem weiterhin Sanktionen und Kontrollmechanismen und zeichnen dabei das Bild vom faulen und arbeitsunwilligen Leistungsempfänger.


Während man sich selbst in einer Luxuslimousine zur Arbeit chauffieren lässt, deren Kosten das doppelte des Regelsatzes betragen und bei 5-Gang-Menüs über den Umgang mit Armut berät, fallen immer mehr Menschen selbst mit Arbeit in eine prekäre Lebenssituation, weil sie ihre Mieten, Heizkosten und Stromrechnungen nicht mehr bezahlen können.


Binnen kürzester Zeit wurde zur Aufrüstung der Bundeswehr ein Sondervermögen von 100 Milliarden!! zur Verfügung gestellt, während man beim Regelsatz um eine Erhöhung von 50,-€ !! kämpft, die nicht einmal die Inflationsrate ausgleicht, geschweige denn zu einer verbesserten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben führt. Was also nützt uns eine höhere Verteidigungsfähigkeit (falls überhaupt), wenn unsere Gesellschaft durch immer stärker zunehmende Spaltung am Rande des Kollapses steht, 50% der Menschen von psychischen Leiden betroffen sind, jedes dritte Kind verhaltensauffällig ist, Therapeuten selbst bei Suizidgefahr nicht mehr zu finden sind und die Tafeln auseinander brechen?


Wäre es nicht an der Zeit, sich mit aller Kraft um das Wellbeing der ganzen Gesellschaft zu kümmern und dafür zu sorgen, dass nicht nur ein kleiner Teil das Leben in vollen Zügen geniessen kann, sondern eine angemessene Teilhabe für alle gesichert ist.

Und dass keine alleinerziehende Mutter mehr darüber nachdenken muss, ob Ihr Kind am Schulausflug teilnehmen kann oder ein Konzert besucht.


So wie unser Bundespräsident ein verpflichtendes soziales Jahr vorschlägt, sollte man vielleicht mal über ein verpflichtendes soziales Jahr für Politiker nachdenken, in dem sie für ein Jahr mit einem Regelsatz von 500,-€ ihr Leben gestalten müssten und selbst erfahren, was es heisst, von der gesellschaftlichen Teilhabe weitgehend ausgeschlossen und zusätzlich dem Stigma des faulen "Harzers" ausgesetzt zu sein.


Wenn wir es als Gesellschaft nicht schaffen, diesen Misstand zu beseitigen, werden alle die Konsequenzen davon tragen müssen, auch diejenigen, die momentan noch nicht davon betroffen sind. Je mehr Menschen aus dem Raster fallen, desto grösser wird die Gefahr des Verfalls der ganzen Gesellschaft, denn ebenso wie die Natur nicht beliebig

nutzbar ist, ohne dass es zu Katastrophen kommt, kann auch eine Gesellschaft nur als ganzheitliches System funktionieren, in dem jeder Teil unverzichtbar zählt.


Hartz 4 oder Bürgergeld ist letztendlich nur eine marginale Begrifflichkeit, was zählt, ist

die Veränderung der Sichtweise. Niemand möchte von der Gesellschaft ausgeschlossen und als fauler "Schnorrer" gesehen werden, auch wenn die Situation oftmals keine Alternative zur Sozialleistung zulässt. Jeder Mensch hat eine Vision und wünscht sich ein wohlbefindliches und erfülltes Leben. Ob die Umsetzung gelingt, hängt von vielen Faktoren ab, auf die wir oftmals keinen Einfluss haben.


Deshalb sollten sich alle glücklich schätzen, für die das Schicksal diese Faktoren bisher bereit gehalten hat, jedoch nicht in den Glauben verfallen, sie hätten es allein geschafft. Ob der Bauarbeiter oder die Lehrerin, ob der Bäcker oder die Krankenschwester, ohne ein funktionierendes Gesamtsystem nützen auch die besten Bedingungen nichts und auch die Privilegiertesten werden unter den Folgen leiden.


Das Thema ist also nicht Bürgergeld ja oder nein, sondern Gemeinschaft und Solidarität ja of nein. Wollen wir die Spaltung weiter voran treiben und darauf warten, bis die Konsequenzen unser gesamtes System lahm legen oder sind wir bereit, unsere Privilegien insoweit zu teilen, dass alle Menschen ein Mindestmass an Wellbeing erfahren und dann sicher auch gerne wieder ihren Teil zum gesamten Gelingen beitragen.


Tragen auch Sie zu diesem Gelingen bei, indem Sie Ihr berufliches und persönliches Lebensmodell auf ein gemeinschaftliches Wellbeing ausrichten.











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