WELLBEING FÜR FRAUEN

Aktualisiert: 22. Feb.

Nie war das Leben von Frauen so vielfältig wie heute und nie gab es mehr Optionen zur Gestaltung des eigenen Lebensmodels. Doch mit den Optionen stiegen auch die Anforderungen in allen Bereichen.


War es für frühere Generationen von Frauen noch völlig ausreichend, Haushalt, Mann undKinder gut zu versorgen, so begann mit der Frauenbewegung in den Siebzigern

ein gesellschaftlicher Wandel, der die Rolle der Frau völlig neu definiert hat.

Mit derGleichberechtigung wurde der Einstieg ins Arbeitsleben zur Normalität, womit auch der Anspruch an Bildung und allgemeiner Organisationsfähigkeit stieg. Mütter und

Hausfrauen wurden mehr und mehr gesellschaftlich diskriminiert und standen für ein konservatives und männerdominiertes Frauenbild. Frauen konnten nun studieren und beruflich chancengleich mit den Männern am Arbeitsleben teilnehmen.


Parallel dazu stieg jedoch auch das Anspruchdenken in weitgehend allen Lebensbereichen. Beruflich gab es Globalisierung und Digitalisierung, die entsprechend

neue Skills verlangten, mit der Fitnesswelle kam der Anspruch an einen durchtrainierten

Körper und eine perfekte Performance, mit den Supermodels der Anspruch an makellose Schönheit und Attraktivität, mit der Yoga-Welle der Anspruch an Ruhe,

Gelassenheit und innerer Stärke, mit Victorias Secret der Anspruch an umwerfende

Erotik, mit Pisa der Anspruch an hochbegabte Kinder und mit Kim Kardashian und

anderen Superwomen der Anspruch, das Alles multitasking und easy erfüllen zu

können.


Das Ergebnis: 90% der Frauen sind mit ihrem Körper unzufrieden, Stress, Rückenschmerzen und Schlaflosigkeit sind zum Normalzustand geworden, psychische

Krankheiten wie Depression und Burnout haben sich vervielfacht, insbesondere bei

Frauen, allerziehende Frauen sind im Vormarsch und jedes vierte Kind gilt als verhaltensauffällig.


Diese Aufzählung zeigt nur einen Bruchteil der Auswirkungen, die unsere gesellschaftliche Entwicklung im Kontext Frauen bisher bewirkt hat und es weiterhin tut.

Stellt sich also die Frage, ob es für Frauen Sinn macht, diesen Weg weiter zu gehen

oder ob sie nicht vielmehr darüber nachdenken sollten, wie ein Leben im Einklang

mit ihren wirklichen Bedürfnissen aussehen könnte und wie sie statt permanentem

Stress und Leidensdruck zu Erfüllung und Zufriedenheit, also zu mehr Wellbeing

kommen können.


Die Antwort auf diese Frage beginnt mit dem Bewusstsein für das eigene Denken

und handeln. Ich „muss“ oder ich „möchte gerne anders, aber ich kann nicht..“ sind

Glaubenssätze, die es sicher wert sind, sie zu hinterfragen und seine eigenen Prioritäten

neu zu ordnen. Und sich dabei vor allem die Frage zu stellen, ob ökonomischer

und gesellschaftlicher Erfolg auch gleichzeitig einen Zuwachs an Lebensqualität

bedeuten oder vielmehr genau den Druck erzeugen, der ins Gegenteil führt.


95% unserer Gedanken unterliegen keiner bewussten Wahrnehmung, d.h. unser

Tagesablauf besteht aus der Wiederholung immer gleicher Routinen, die wir meist

nicht in Frage stellen, weil wir „keine Zeit“ dazu haben oder sie erst dann zur Verfügung

steht, wenn Bandscheibenvorfall oder Depression uns zum Nachdenken zwingen. Gerade Frauen neigen dazu, den Ansprüchen von aussen zu genügen, es allen Recht zu machen, sich für die Familie oder den Chef aufzuopfern und ihre eigenen Bedürfnisse dabei zu ignorieren. Auch ein Stündchen Yoga pro Woche wird daran wenig ändern, solange es zum Teil des Pflichtenheftes gehört und u.U. noch zusätzlich Druck macht, weil die Nachbarin sich leider weit geschmeidiger bewegt.


Wellbeing lässt sich nicht in gleicher Weise erzeugen wie materieller Erfolg, nicht

durch die pflichtgemässe Erfüllung aller gestellten Aufgaben und auch nicht durch

Anhäufung von Yogastunden, Kosmetikbehandlungen und romantischen Abenden.

Wellbeing ist keine automatische Prämie für gutes Funktionieren, sondern das Ergebnis

eines bewussten Lebens im Einklang mit seinen Bedürfnissen.

Und zu diesen Bedürfnissen gehört als erstes das Bedürfnis nach Selbstbestimmung

und der Möglichkeit, seine Lebensgestaltung selbst wählen zu können.


Wer Tag für Tag im Hamsterrad der Routinen läuft und alle Erwartungen erfüllt, die

von aussen gestellt werden, kann kaum auf Zufriedenheit und Wohlbefinden hoffen.

Deshalb liegt der erste Schritt zum Wellbeing in einer bewussten Wahrnehmung

dessen, was ich tue und der Frage, ob ich es wirklich tun möchte.

Wenn Sie diese Frage mit klarem Ja beantworten können, droht keine Gefahr. falls

nicht, machen Sie nicht die Umstände, den Partner oder die Kinder dafür verantwortlich,

sondern übernehmen Sie die Verantwortung für Ihr Handeln. Denn niemand

zwingt Sie dazu ausser Sie selbst.


Nicht Ihr Smartphone ist Schuld, wenn sie es 4 Stunden am Tag nutzen, und nicht

ihr Partner, wenn sie unzufrieden sind. Ihr Leben findet ausschliesslich in Ihnen

selbst statt und Sie bestimmen, welche Einflüsse von aussen dazu beitragen oder

nicht. Sie haben auf das Geschehen in der Aussenwelt nur sehr wenig oder oft gar

keinen Einfluss, doch Sie haben 100% Einfluss auf ihre eigene Welt, Ihre Gedanken

und Ihre Handlungen. Und damit auch 100% Einfluss auf das, was Ihnen entweder

Stress und Unzufriedenheit oder Erfüllung und Wohlbefinden bringt.


Bevor Sie also wieder in Ihre Routinen zurückkehren, nehmen Sie sich die Zeit, über

ihre Bedürfnisse und Wünsche nachzudenken und sich klar zu machen, was Sie

wirklich erfüllt und zufrieden macht und wieviel Zeit sie mit Dingen verbringen, die

dazu nicht beitragen. Und ob sie vielleicht ihre Prioritäten anders ordnen müssen,

um Ihr Leben so zu gestalten, dass es zu echtem Wellbeing führt.



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