WELLBEING STATT WACHSTUM

Obwohl wir schon längst an den Grenzen unserer Ressourcen angelangt sind und grosse Teile der Weltbevölkerung bereits massiv unter den Folgen leiden, wird Wachstum nach wie vor von Politik und Wirtschaft als zentraler Parameter für den Erhalt oder sogar die Verbesserung unseres Lebensstandards benannt. Doch mehr Wachstum bedeutet automatisch noch mehr Ressourcenverbrauch und damit eine weitere Zunahme der unausweichlichen Folgen von Artensterben, Klimawandel und Katastrophen bis hin zu immer mehr physisch und psychisch überforderten Menschen.


Was also soll uns weiteres Wachstum bringen, wenn bereits jetzt ein Durchschnittshaushalt in Deutschland über 10.000 Artikel verfügt, von denen die meisten niemals verwendet werden. Braucht es noch ein Raclette, einen Luftbefeuchter und einen Profi-Grill, um unser Leben angenehmer zu machen, wollen wir noch mehr Zeit mit der Auswahl, Pflege und Entsorgung all dieser Artikel verbringen statt uns um die Dinge zu kümmern, die unsere Lebensqualität wirklich verbessern und die vor allem wieder zu mehr zwischenmenschlicher Qualität führen, die zunehmend auf der Strecke bleibt.


Wie soll es gelingen, neben 8 Stunden Job, E-Mailing und Whatsapp, Rush-Hour und Einkauf, Online-Shopping und Instagram, Selbstoptimierung und Bodyshaping noch Partnerschaft und Freunde zu pflegen, sich Zeit für seine Kinder zu nehmen oder sich um alte Eltern zu kümmern. Immer mehr Wachstum bedeutet immer mehr Zeitaufwand für all die Neuerungen, die uns ständig angepriesen werden und immer weniger Zeit für die essentiellen Dinge des Lebens. Doch nur die führen zu mehr Wellbeing.


Es ist kaum bekannt, dass sich jemand auf dem Totenbett darüber beklagt hat, nicht genug konsumiert oder möglicherweise einen zu bescheidenen Lebensstandard geführt zu haben. Was jedoch fast immer beklagt wird, ist die mangelnde Zeit, die man mit seinen LIebsten oder mit wirklich sinnvollen Dingen verbracht hat. Was das Leben letztendlich zu einem guten Leben gemacht hätte, bemerken viele leider erst dann, wenn es zu spät ist, um es nachzuholen.


Würde jeder seine Tage so verbringen als ob es die letzten wären, würden Online-Shopping und Social-Media vermutlich ebenso wenig auf der Prioritätenliste

stehen wie viele andere sinnentleerte Zeitvertreibe, die heute unser Leben nachhaltig bestimmen und die durch ein weiteres Wachstum nach dem bisherigen Modell noch voran getrieben werden.


Wachstum ist etwas Positives, wenn es um Dinge geht, die unsere Lebensqualität tatsächlich verbessern, unsere Empathie stärken, unseren Kindern bessere Chancen hinterlassen und den Menschen wieder zu mehr Wellbeing statt zu mehr Besitz und zu sinnloser Zeitverschwendung führen.


Und die Verantwortung für diesen Wandel liegt bei jedem einzelnen von uns.

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